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Bericht zur IfL-Tagung "Lateinunterricht heute - Aktuelle Aspekte" (1.-2.10.2026)

Details
Kategorie: Veranstaltungen
25.Okt.

Die diesjährige Tagung des Instituts für Lehrerfortbildung vom 1. bis 2. Oktober 2026 bot unter der fachkundigen Leitung von PD Dr. Matthias Laarmann und Dr. habil. Anja Wieber mit dem Rahmenthema „Lateinunterricht heute – Aktuelle Aspekte“ ein breites Angebot spannender fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Vorträge, die einen Bogen von Klassikern lateinischer Schulautoren über Spezialbereiche wie die antike Medizingeschichte bis hin zur Archäologie eröffnete.

Zunächst erörterte die Archäologin Dr. Bettina Tremmel neue Erkenntnisse der römischen Provinzialarchäologie in Westfalen. Der Abriss der Kirche St. Laurentius in Haltern am See bot den Archäolog:innen des LWL nämlich die einzigartige Gelegenheit, Überreste eines römischen Feldlagers auszugraben. An Frau Dr. Tremmels Bericht beeindruckte die Zuhörerschaft vor allem die Genauigkeit der archäologischen Methodik, da Rückschlüsse auf Bebauung wie Pfosten oder eine Zisterne zum Teil nur über unterschiedliche Verfärbungen des Erdreichs möglich waren.

Daraufhin bot Herr PD Dr. Christian Schulze einen Überblick über die antike Medizingeschichte, die sich in die Chirurgie, die Diätetik und die Pharmazie unterscheiden lässt. Im Bereich der Diätetik eröffnete er einen kurzweiligen Einblick in pagane wie christliche Quellen, die von antiken Formen der Askese zeugen: Von lang anhaltend reduzierter Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme bis hin zu sozialer Isolation durch Einmauerung berichten die antiken Quellen. Diesen stellte er die physiologischen Konsequenzen für den menschlichen Körper gegenüber, die auch den antiken Menschen sicherlich nicht unberührt gelassen haben dürften.

Nach dem Mittagessen folgte ein Vortrag des Johannes Maximilian Nießen und Ceylan Küfner, in dem die Referenten zwei fachdidaktische aktualisierende Zugänge zu Caesars Klassiker De Bello Gallico präsentierten: Während Herr Nießen einen argumentativen und sprachlich-stilistischen Text-Text-Vergleich zwischen Caesars Kriegsrechtfertigung gegen die Helvetier (Caes. Gall. 1,12) mit Putins Kriegsrhetorik anregte, stellte Frau Küfner einen topischen und sprachlich-stilistischen Text-Text-Vergleich zwischen der caesarianischen Germanendarstellung als gefährliche Barbaren (Caes. Gall. 1,31) und der Charakterisierung der Migranten durch Donald Trump an.

Darauf folgte ein sehr lehrreicher Vortrag von Dr. Jochen Sauer, der einen Einblick in das neue NRW-Abiturthema Cicero, De officiis bot, das seine Bedeutung einmal mehr dadurch erweist, dass sich sogar die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika auf dieses Werk stützt. Dieses Standardwerk antiker Ethik beschäftigt sich mit dem ehrenhaften Verhalten (honestum), den für den Menschen nützlichen Pflichten (utile) und den Konflikten der beiden. Für den Unterricht empfahl Herr Dr. Sauer einen phänomenologischen Zugang, der die ethischen Probleme in Ciceros De officiis zum Ausgangspunkt des Lernprozesses macht: Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst eine Handlungssituation als moralisch relevante Situation wahrnehmen und beurteilen, anschließend Ciceros philosophische Deutung dieser Situation erschließen und schließlich ihre eigene Position im Dialog mit dem antiken Text reflektieren.

Schließlich präsentierte Frau Dr. habil. Anja Wieber Verfahren moderner Antikdokus, durch welche die Regisseure authentische Einblicke in die Welt der Römer und Griechen zu konstruieren versuchen, die u. a. von einer allwissenden ,Voice of God‘ eines meist männlichen Erzählers aus dem Off, Landkarten und passender Musik bis hin zu fachwissenschaftlichen Experten, archäologischen Artefakten und computergestützten Rekonstruktionen reichen. Anhand verschiedener Beispiele illustrierte und reflektierte sie kritisch die Tendenz antiker Dokumentationen, durch häufige Bildwechsel, vereinfachende und spannungsgenerierende Erzählstrategien im Sinne eines sensationellen Enthüllungsjournalismus und z. T. fingierte lateinische und griechische Reden Nähe zur Antike zu erzeugen.

Den krönenden Abschluss des ersten Fortbildungstages bildete der Vortrag der Archäologin Dr. Polly Lohmann, die den Begriff antiker Graffiti als eingeritzte Zeichen in Oberflächen, für die eine solche Veränderung nicht vorgesehen war, definierte, und einen Überblick über die zahlreichen Variationen von Wort- und Bildabfolgen antiker Graffiti aus Pompeji bot. Dabei räumte sie mit gängigen Vorurteilen auf und erläuterte, dass es sich bei den meisten überlieferten Graffiti um Namen und Ankündigungen handelt, nicht etwa um erotische Inhalte, die nur einen kleinen Anteil ausmachen. Für den Unterricht empfiehlt sie ihr Arbeitsheft „Graffiti (und mehr) aus Pompeji“, in dem Schülerinnen und Schüler einen praktischen Zugang zur römischen Kursive und den zahlreichen Motiven antiker Graffiti erhalten, die zum Entziffern einladen.

Der zweite Tag der Fortbildung wartete mit drei sowohl fachwissenschaftlich als auch fachdidaktisch wertvollen Vorträgen auf:

Am Morgen boten die Althistorikerin Dr. Ann-Kathrin Harders und die klassische Philologin Dr. Dorit Funke eine äußerst kurzweilige Einführung in die Kunst des Beleidigens: Frau Harders beantwortete die Fragen nach dem „Warum“ und „Wo“ von Beleidigungen, indem sie deren soziale Kontexte in der römischen Antike eingehend beleuchtete. Frau Funke widmete sich der Beantwortung der Fragen „Was?“ und „Wie?“ anhand von eindrücklichen Textbeispielen aus Ciceros Reden, Catulls Carmina und Martials Epigrammen. Für die unterrichtliche Behandlung im Sinne historischer Kommunikation wurde im Anschluss über Kontinuität und Diskontinuität in den Auffassungen von Beleidigungen und Ehre von der Antike bis heute diskutiert.

Der zweite Vortrag von Frau Dr. Harders befasste sich mit dem Kleopatra-Bild im altsprachlichen Unterricht: Ausgehend von einer Bestandsaufnahme zum – aus historischer Perspektive kritikwürdigen – Kleopatra-Bild in gängigen Latein-Lehrwerken sowie -Lektüreheften und dem Kleopatra-Bild in der Lebenswelt der Lernenden (Comics, Mangas, …) zeigte Harders Parallelen zwischen dem Kleopatra-Bild der Lernenden und der historischen Wirklichkeit von Kleopatra als Königin auf.

Im Abschlussvortrag der Tagung besprach PD Dr. Matthias Laarmann beeindruckende und für den Unterricht geeignete Textbeispiele aus der klassischen, spätantik-christlichen und neulateinischen Literatur, die von Funden riesenhafter Knochen berichten, die sich zum Teil durch paläontologische Funde haben nachträglich bestätigen lassen. Unter den besprochenen Texten fanden sich auch solche von Schulautoren, wie Cicero, Vergil, Ovid, Plinius und Augustinus.

Die abschließende Feedbackrunde befand die Tagung widerspruchslos für auf fachlich erfreulich hohem Niveau angesiedelt und äußerst gelungen und dankte den Organisator:innen Dr. habil. Anja Wieber und PD Dr. Matthias Laarmann für die wie gewohnt fachkundige Organisation und Durchführung der Tagung. Für die kommenden Veranstaltungen wurde ein Latine-loqui-Workshop gewünscht.

Ceylan Küfner / Johannes Maximilian Nießen

Griechischlehrertagung 9. bis 10.12.2026

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Kategorie: Veranstaltungen
23.Sep.

Wir möchten schon jetzt herzlich zu unserer diesjährigen Griechischlehrertagung „Die griechische Antike – Gemeinsames Erbe Europas XXIII“ einladen. Sie findet am 9. und 10. Dezember 2026 in der Wolfsburg in Mülheim an der Ruhr statt.

Auch in diesem Jahr erwartet Sie wieder eine abwechslungsreiche Mischung aus fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und schulpraktischen Beiträgen. Themen sind unter anderem KI-Assistenz beim Übersetzen antiker Texte, Herodot, Homer, Navigium für Griechisch, die neue APO-GOSt und der neue Kernlehrplan Griechisch, die Griechischakademien sowie Protagoras.

Und natürlich soll auch der persönliche und kollegiale Austausch nicht zu kurz kommen.

Das vollständige Programm der Griechischlehrertagung finden Sie im Anhang.

Griechischlehrertagung 2026 - Save the Date!

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Kategorie: Veranstaltungen
03.Juni

Denken Sie bitte an die Griechischlehrertagung (9. und 10. Dezember in der Wolfsburg und Mülheim).

Folgende Vortragende haben sich - natürlich unter Vorbehalt - angekündigt: Prof. Susanne Froehlich wird über Herodot referieren, Prof. Schramm über die Sophistik und Prof. Thiel über die Ilias. Außerdem gibt es viele Informationen zum Umgang mit einer ÜbersetzungsKI (Dr. Niklas Gutt und Franziska Witt), mit einer Vokabelapp (Navigium) für den Kantharos (Familie Niederau) und von Dezernentenseite (Dr. Thomas Doepner) über den neuen Kernlehrplan Griechisch für die Oberstufe.

Wir freuen uns auf Sie! Dr. Susanne Aretz, Christiane Schulz, Dr. Otmar Kampert und Dr. Joachim Penzel

Bericht zur Internationalen Konferenz der Hebräischlehrenden

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Kategorie: Veranstaltungen
03.Mai

An diesem Wochenende (1.–3. Mai 2026) fand die jährliche Internationale Konferenz der Hebräischlehrenden (IKH) in Marburg statt. Die malerische Stadt in Hessen kann als Paradies der Altertumswissenschaften gelten. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass rund 50 Hebraisten aus ganz Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark und Israel angereist waren, um ein vielfältiges Programm wahrzunehmen.

Der Schwerpunkt lag auf dem didaktischen Potential oder auch den Grenzen der KI für das Hebräische.

Die Vorträge alternierten mit Pausen, die zum regen Austausch genutzt wurden. Eine Stadtführung rundete den dreitägigen Kongress ab. Mehrere Mitglieder des DAV-NRW nahmen an der Konferenz teil und brachten Anregungen für den Hebräisch-Unterricht mit.

Dem Vernehmen nach findet die IKH 2027 wieder in NRW statt und wird sicherlich ebenso gut besucht sein.

(Dr. Daniel Teubner)

Bericht zur Hebräischlehrer-Fortbildung am 05.12.2025

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Kategorie: Veranstaltungen
05.Dez.

Wuppertal, 5. Dezember 2025

In liebgewonnener Tradition trafen sich die Hebräisch-Lehrer in NRW am vergangenen Freitag in vorweihnachtlicher Atmosphäre in der kirchlichen Hochschule Wuppertal. Dr. Alexander Ernst, Lektor für biblisches Hebräisch, ermöglichte dankenswerterweise die Tagung. Die teilweise weit angereisten Teilnehmer aus allen Landesteilen erwartete ein anspruchsvolles Programm. Dr. Bruno Biermann, WWU Münster, referierte über Aschera, einem weiblichen Numen in der Hebräischen Bibel. Anhand einzelner Textstellen und archäologischer Funde skizzierte er die Figur im Umfeld des Alten Testaments. Vor und nach der Mittagspause präsentierte er fachlich fundiert und sehr ausführlich seine Forschungsergebnisse. Neben der inhaltlichen Fortbildung stand der kollegiale Austausch auf der Tagesordnung. So wurde über Stand und Präsentation des Faches im Land gesprochen und auch das Abitur thematisiert. Das Fach ist fortwährend im Fächerkanon zu finden und stößt mit leichten regionalen und temporären Unterschieden auf großes Interesse. In Zeiten fortschreitender Säkularisierung ist Hebräisch eine humanistische Instanz für die Gesellschaft und bietet neben theologischen, historischen und philosophischen Aspekten vor allem einen Einblick in eine semitische Sprache, aus deren Sprachfamilie einige Muttersprachen der Schüler stammen. Didaktische und organisatorische Fragen wurden ertragreich diskutiert. Bereits jetzt steht der Termin für die Tagung im nächsten Jahr fest, auf die sich schon alle Teilnehmer freuen.

Dr. Daniel Teubner

Weitere Beiträge …

  1. Außerordentliche Hebräischlehrertagung in Köln (Bericht)
  2. Bericht zum Vortrag über Ciceros Konzept des gerechten Krieges
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