1) Fachdidaktischer Vortrag von Prof. Dr. Peter Kuhlmann (Göttingen):

WORTSCHATZLERNEN IN DEN NEUEN SPRACHEN UND IM LATEINUNTERRICHT - EIN VERGLEICH.

Mittwoch, 14. Dezember 2022, 16.15h-17.45h

2) Hilfe für den Gott. Religion und Aufklärung in Platons Euthyphron

Montag, 16.01.2023, 18 Uhr c.t.,

hält Prof. Michael Erler, Würzburg, erneut seinen Vortrag über zoom, sodass nicht nur Kolleginnen und Kollegen, sondern auch Schülerinnen und Schüler sich werden dazuschalten können.

3) Fachdidaktischer Vortrag von Carolin Giere (Freiburg):

MITTEL- UND NEULATEIN IM SCHULUNTERRICHT – CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGEN.

Mittwoch, 18. Januar 2023, 16.15h-17.45h

Am 01.10.2022 fand von 09:00 bis 16:00 Uhr in Köln die Abschlusskonferenz zur Implementation von Eulalia – European Latin Linguistic Assessment statt. Bei diesem insgesamt auf drei Jahre angelegten Erasmus+-Projekt handelt es sich um eine Kooperation zwischen den Universitäten Köln, Mailand (Università Cattolica del Sacro Cuore), Bologna, Köln, Mailand, Rouen, Salamanca und Uppsala, das auch vom Bundes-DAV unterstützt wird; auch die Aristoteles-Universität Thessaloniki will sich dem Projekt noch anschließen. An der hybriden Tagung nahmen ca. 50 Personen in Präsenz teil: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beteiligten Universitäten, Lehrerinnen und Lehrer sowie Studierende der Alten Sprachen.

Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung eines europaweiten Zertifizierungsverfahrens für das Lateinische. Dazu gehören online im open access zugängliche Übungs- und Prüfungsmaterialien. Die Ermöglichung einer solchen Zertifizierung adressiert die rund 3 Millionen Lateinlernenden in der EU – auch und insbesondere Nicht-Muttersprachler:innen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Dazu kann die Aufgabenbearbeitung in der jeweiligen Muttersprache erfolgen und wurde die Website weitgehend barrierefrei gestaltet. Auffällig ist in diesem Zusammenhang die Begründung mit „transversal skills“, d. h. dem altbekannten Argument, dass Latein das logisch-analytische Denken und Erlernen anderer Sprachen fördere.

Im ersten Teil der Tagung wurde das Projekt ausführlich vorgestellt und diskutiert. Demnach sieht die Zertifizierung sieht derzeit drei Niveaustufen vor: Ein praeambulum, A1 und A2 sowie B1 und B2. Die letzte Stufe entspräche beim Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen – naturgemäß unter Aussparung der mündlichen Kommunikationskompetenz  – etwa dem Niveau C1 und läge damit nach Dafürhalten der Projektentwickler deutlich über Latinums-Niveau. Zusätzlich werden die Niveaustufen danach unterschieden, ob sie jemand mit oder ohne „translation skills“ erworben hat. Bei denjenigen Aufgabenformaten, die nicht auf das Übersetzen abzielen, stellt das Zertifizierungsverfahren „meaning at the centre“ und kommt mit dem Verdikt „No translation without comprehension“ dem nahe, was textlinguistisch und fachdidaktisch unter „Texterschließung“ firmiert. Notwendige Bedingung für die Übersetzungsaufgaben sei demnach ein globales Textverständnis.  Darüber hinaus gibt es z. T. „monolingual tasks“ lateinisch-lateinisch und sogar aktives Formenbilden, allerdings keine aktive lateinische Textproduktion. Beim Übersetzen werden „national teaching traditions“ berücksichtigt, zumal da die Übersetzung in die jeweilige Muttersprache erfolgt.

Das Projekt ist online erreichbar unter https://site.unibo.it/eulalia/en. Die Projektentwickler bitten um kritische Durchsicht und freuen sich über Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge.

Das übrige Programm der Tagung vertiefte einzelne, für die Eulalia-Arbeitsgruppe im Laufe der Projektentwicklung als besonders wesentlich erlebte Aspekte des vorgeschlagenen Zertifizierungsverfahrens: So hielt der DAV-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Stefan Freund einen Vortrag über das Spannungsfeld von Diversität und Identität als Interpretament. Prof. Dr. Peter Kuhlmann thematisierte Wortschatzlernen und Wortschatzerwerb im Lateinunterricht. Frau Professorin Dr. Gerd Haverling aus Uppsala verschaffte den Teilnehmenden einen vertieften, wenn auch zugegebenermaßen wenig optimistischen Einblick in die Rolle der Alten Sprachen in der schwedischen Schul- und Universitätslandschaft. Frieder Schumann vom Servicezentrum Inklusion der Universität zu Köln zeigte auch für den Lateinunterricht bestehende Herausforderungen im Kontext von Inklusion und einen kreativen, lösungsorientierten Umgang mit diesen auf. Während der gesamten Tagung hatten die Teilnehmenden zudem Gelegenheit, sich Posterpräsentationen zum schulischen und universitären Lateinunterricht in Frankreich, Spanien, Schweden und Italien sowie zu einem Forschungsprojekt zur Quantifizierung der Schwierigkeit lateinischer Originaltexte anzusehen und mit den jeweiligen Expert:innen ins vertiefte Gespräch zu kommen.

(für den DAV-NRW Johannes Maximilian Nießen)


The research group RELICS will be organising an online roundtable discussion on the future of Latin studies. The event will take place on Thursday 2 February 2023 over Zoom. More information can be found here: https://relicsresearch.com/2022/09/12/call-roundtable-on-the-future-of-latin-studies/ Proposals and any remaining questions should be sent by 31 October to Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Vom 23. bis 24.07.2022 fand unter der Ägide von Prof. Dr. Torsten Hitz (Heidelberg), Prof. Dr. Jörn Müller (Würzburg), Jun.-Prof. Dr. Tom Wellmann (Heidelberg) und Laura Summa (Bonn) die Tagung „Antike Philosophie, Bildung und das gute Leben“ zugleich als Gründungstreffen Arbeitsgruppe „Antike Philosophie, Pädagogik und Didaktik“ im Rahmen der Gesellschaft für antike Philosophie (GAnPh) statt.

Diese interdisziplinär ausgerichtete Tagung umfasste fünfzehn je dreißigminütige Vorträge mit anschließender Diskussion aus den Disziplinen Philosophie (Fachwissenschaft sowie Fachdidaktik), Klassische Philologie, Alte Geschichte sowie Erziehungswissenschaft.

Das Ziel der Tagung bestand darin, den oftmals bloß behaupteten Zusammenhang zwischen Philosophie, Bildung und gutem Leben aufzuarbeiten und zu durchdenken. Dazu wurde auf die antike Philosophie zurückgegriffen, die historisch der Ausgangspunkt und systematisch das Modell der philosophischen Theorien des guten Lebens ist. Anhand antiker Vorstellungen und Entwürfe wurde diskutiert, ob oder wie pädagogische und didaktische Thesen, z. B. über den Sinn und Zweck von Bildung und philosophischem Unterricht, auch heute durch Theorien des guten Lebens gestützt werden können.

Bei den von den Vortragenden zugrunde gelegten Texten wurde ein Schwerpunkt bei Aristoteles, Platon und Epikur deutlich, aber auch weniger prominente Autoren und Texte wie Isokrates, Sextus Empiricus' Grundriss der Pyrrhonischen Skepsis, die Fragmente der Stoiker Zenon, Chrysippos und Panaitios, Galens Trostschrift Peri Alypias oder Augustins Dialog De magistro wurden behandelt. Die Lebensform des Diogenes von Sinope wurde schließlich mithilfe der Überlieferung seines Namensvetters Diogenes Laertios rekonstruiert.

Ertragreich für den Unterricht in den Alten Sprachen wurde ausgehend von dem fachdidaktischen Vortrag von Jens Schäfer (Köln), der in Anschluss an eine vergleichbare Studie von Bernd Rolf eine Bestandsaufnahme zu antiken Texten in den derzeit auf dem Markt befindlichen Philosophie- bzw. Ethiklehrwerken lieferte, eine Diskussion darüber geführt, welche Gründe es für eine (breitere) Berücksichtigung von antiken Texten im Philosophie- bzw. Ethikunterricht gibt.

Zu den Höhepunkten der Tagung gehörten die Key Note Lectures von Prof. Dr. Kristján Kristjánsson (Birmingham/GB) zum Thema „Teaching phronêsis: New developments“ und Prof. Dr. Anselm W. Müller (Chicago/USA) zum Thema „Was ist so gut am guten Charakter?“ Der Erwähnung wert ist dabei der Umstand, dass Anselm Müller seinen Vortrag mit einer für den Altsprachlichen Unterricht wegweisenden Bemerkung über den Ertrag philosophischer Forschung zur Antike einleitete: „Der Forschungsertrag ist bei den Kollegen, die von der Philologie herkommen, am größten; das philosophisch Beste steht in den Artikeln, die einen philologischen Ausgangspunkt haben.“


Vom 29.04. bis 01.05.2022 fand in den Räumlichkeiten der Kirchlichen Hochschule Wuppertal „Auf dem Heiligen Berg“ die 50. Internationale Konferenz der Hebräischlehrenden (IKH) statt.

Dank der hervorragenden Organisation von Ephorus Dr. Alexander B. Ernst und seiner engagierten Studierenden erwarteten die rund 50 Teilnehmerאinnen aus der gesamten Bundesrepublik aus Schule und Universität nicht nur ein wohldurchdachtes Tagungsprogramm in Präsenz, sondern auch hervorragend ausgestattete Räumlichkeiten mit Unterkunft in unmittelbarer Nähe, bester Verköstigung und einer kollegialen Arbeitsatmosphäre: Besonders gut in Erinnerung wird in diesem Zusammenhang vielen die gemeinsame Textarbeit zum 14. Kapitel des Richterbuches bei Getränken und Chips sowie der reich bebilderte historische Rückblick auf die vergangenen 50 I(Ö)KH-Konferenzen durch Dr. Wernfried Rieckmann bleiben. Ein Nachmittag diente zudem einer Exkursion zur Begegnungsstätte „Alte (Elberfelder) Synagoge“ mit Führung durch die Kuratorin Dr. Ulrike Schrader.

Den Auftakt der Tagung bildete ein Vortrag von Frau Prof. Dr. Anna Elise Zernecke zu der Gottesbezeichnung Eljon.

Dr. Johannes Diehl und Dr. Achim Müller stellten ihren überzeugenden und vielversprechenden neuen Ansatz zur Syntax des hebräischen Verbums vor, der die Modalität als Alternative zu gängigen Ansätzen wie dem Tempus- oder Aspektsystem in den Fokus rückt.

Dr. Reinhard G. Lehmann führte dem Auditorium am Beispiel des Vierstrich-He einen Schreibunfall als Herausforderung für Paläographie althebräischer Inschriften vor Augen.

Karoline Totsche referierte ihre Rekonstruktion der Syntax der moabitischen Mescha-Stele auf  Grundlage von deren Abklatsch.

Der Bensberger Hebräischlehrer Ulrich Berzbach leitete eine erkenntnisreiche Gruppenarbeit mit mit der modernhebräischen Bibelübersetzung Tanach ram an und gab zudem einen tiefen Einblick in den Schaukasten digitaler und noch dazu online frei zugänglicher Quellen- und Arbeitsmaterialien zum Biblischen wie modernen Hebräisch.

Den Schlusspunkt der Tagung bildete der Vortrag des eigens aus Toronto angereisten Prof. Dr. Carl S. Ehrlich zu der sensiblen Thematik „Vergewaltigung“ in den Texten der Hebräischen Bibel. Zu diesem Vortrag waren noch einmal sehr viele Gäste – darunter auch Schülerinnen und Schüler – eigens angereist, sodass der Audimax-Hörsaal der Hochschule gut besucht war. Prof. Ehrlichs kenntnisreiche Überlegungen reflektierten Vergewaltigung im engeren Sinne sowie semantisch Verwandtes in Biblischen Gesetzes- und Erzähltexten.

Alles in allem war es eine beeindruckende Fortbildungstagung und schon jetzt freuen sich die Teilnehmerאinnen auf die nächste IKH 2023 in Halle an der Saale.